Die ersten Beiträge zur Rolle der Community Radios gehen auf die Situation in Ungarn und Italien ein.
Studierende der Universität Wien untersuchen in fünf Beiträgen die Rolle der Community Radios international und der Rolle dieser Radios für verschiedene Communities in ihren Regionen und darüber hinaus. Was sind deren Funktionen, Programmstrukturen und gesellschaftliche Wirkung in unterschiedlichen Ländern? Dabei werden Community-Radio-Landschaften in ausgewählten Kontexten analysiert: Ungarn, Italien, Senegal, USA und Mexiko.
Teil 1 | UNGARN: „Neustart für Ungarn? Medien zwischen Aufbruch und Realität“
Ungarn, Mitte April 2026: Auf den Straßen der Hauptstadt Budapest wird gejubelt, Fahnen wehen, Menschen liegen sich in den Armen . Ein Name steht für den politischen Umbruch: Péter Magyar. Mit seiner Partei TISZA holt er sich die absolute Mehrheit. Nach 16 Jahren ist die Ära Victor Orbán somit vorbei — und es wächst die Hoffnung auf ein neues, demokratischeres Ungarn.
Gerade die Medien standen unter Orbán stark unter Druck. Öffentlich-rechtliche Sender wurden regierungsnah, unabhängige Radios verloren Frequenzen oder Reichweite.
Wir fragen deshalb: Wie frei können Ungarns Medien jetzt wieder werden? Darüber sprechen wir mit Ákos Cserháti von Civil Rádió und Judith Csernyanszky von Klubrádió.
Gestaltung: Mavie Michelitsch und Lea Schagerl
Schnitt: Luna Weisz
Musik: Madonna – Like a Virgin
Teil 2 | ITALIEN: „Radio, Widerstand & Zusammenhalt: Zu Besuch bei Radio Onda d’Urto in Brescia“
In diesem Beitrag sprechen Alena, Jana und Elisa mit Francesco Zambelli, einem langjährigem Mitarbeiter von Radio Onda d’Urto, einem linken, regierungskritischen Community-Radio aus Brescia in Norditalien. Im Interview erzählt Francesco von der besonderen Rolle, die das Radio in der Stadt und darüber hinaus einnimmt. Radio Onda d’Urto versteht sich nicht nur als Sender, sondern als politischer und sozialer Treffpunkt, getragen von Community, Zusammenhalt und dem Anspruch, unabhängige Stimmen hörbar zu machen. Besonders spannend ist dabei auch das Finanzierungsmodell des Radios. Der Sender finanziert sich zu über 80% durch die Einnahmen eines eigenes organisierten Festivals. Damit zeigt das Radio, wie kreative, selbstorganisierte Strukturen unabhängigen Journalismus und linke Gegenöffentlichkeit ermöglichen können.
Gestaltung: Jana Prokop, Elisa Lutterschmied, Alena Wacenovsky
Musik und Sounds:
- Tatamusic - Italian Music
- Bella Ciao – Italian Partisan Folk Song
- Italian Sweetness - Tarantella Loop
- Vespa e Ghiaccioli - Humain
- 99 Posse - Curre curre Guagliò
- Punkreas feat. Bunna – Onda d'Urto

